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Der lyrische Text aus Max Brauns Roman "Nibelungenland" von 1933 ist ein repräsentatives Beispiel nationalsozialistischer Lyrik, welches den Bogen zwischen den heldenhaften Charakteren des Nibelungenliedes und den nationalsozialistischen Zielsetzungen spannt. Mit pathetischer Begeisterung erinnert man sich an die tapferen Helden der germanischen Frühzeit und stellt die Verherrlichung des großen Endkampfes in den Mittelpunkt.

Mit dem Aufleben des Sozialdarwinismus im 19. Jahrhundert konnten der Rassismus und die damit verbundene Verherrlichung des Ariertums, besonders des Germanentums, immer weiter Fuß fassen. Man flüchtete sich nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg zunehmend in die germanische Vorzeit und entdeckte den Wert der germanischen Heldendichtungen neu.

So sollte den Nationalsozialisten das Nibelungenlied in den Jahren ihrer Herrschaft zur Unterstützung und Popularisierung ihrer Ideologie, speziell der Rassenideologie, enorm behilflich sein.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Fragen, inwiefern man sich im Dritten Reich das Nibelungenlied für Propaganda und ideologische Zwecke zu Eigen machte und wie sich die Rezeption des Nibelungenstoffes unter der nationalsozialistischen Herrschaft charakterisieren lässt. An den Bereichen Politik, Literatur, Pädagogik und Lyrik soll dies im Folgenden dargelegt und erläutert werden, um letztendlich einschätzen zu können, warum gerade das Nibelungenlied derart im Sinne der nationalsozialistischen Anschauungen genutzt werden konnte.

"[...] Nun zum letzten Sammeln blaset, Helden, die dereinst gerungen! Letzten Kampf gilt es zu kämpfen, Kampf der letzten Nibelungen!"